Holzhaus 2017-08-03T15:36:34+00:00

Holzhaus

Häuser aus Holz werden immer beliebter und die Nachfrage steigt ständig, wie bereits der Name sagt, ist ein Holzhaus zum größten Teil aus Holz gefertigt. Allerdings gibt es unterschiedliche Bauweisen:

  1. Blockhaus (auch Blockbohlenhaus genannt)
  2. Haus in Holzständerbauweise
  3. Haus in Holztafelbauweise
  4. Haus in Holzrahmenbauweise
  5. Umgebindehaus

Meistens handelt es sich bei einem Holzhaus um ein Fertighaus, aber auch Gartenhäuser werden gerne aus Holz errichtet.

Holzständerbauweise wie ein Fachwerkhaus

Wer sich für ein Holzhaus in Holzständerbauweise entscheidet, nutzt eine Form des Fachwerkbaus. Hier bilden Ständer in der gleichen Höhe wie das Gebäude die tragende Konstruktion des Hauses und stellen auch die Seitenwände dar. Diese Bauweise gehört zu den grundlegenden Holzbausystemen und wird traditionell schon seit dem 13. Jahrhundert verwendet. Die Holzständerbauweise entstand aus der Pfostenbauweise, die schon seit der Jungsteinzeit bekannt ist. Im Mittelalter wurden aber die statischen Voraussetzungen besser, sodass bereits mehrgeschossige Bauwerke errichtet werden konnten.

Holzhaus

Holzhaus

Am Ende des Mittelalters wurde daraus die Rähmbauweise entwickelt, bei der Ständer in Höhe eines Stockwerks verwendet wurden. Seit dem 16. Jahrhundert entwickelte sich diese Bauweise immer weiter, wurde aber zu Beginn der Industrialisierung mehr und mehr durch den Bau eines Holzhauses in Massivbauweise ersetzt. Heute gibt es eine Renaissance dieser traditionellen Bauweise. Bei Fertighäusern wird meist die Bauform des Holzrahmenbaus genutzt, der oft auch als Holzständerbauweise bezeichnet wird. Dieser ist jedoch nicht mit der traditionellen Form vergleichbar, sondern eher mit der Rähmbauweise im Spätmittelalter.

Holztafelbau bei Fertighäusern

Beim Holztafelbau, der ebenfalls bei Fertighäusern aus Holz weit verbreitet ist, werden sogenannte Tafeln genutzt. Dabei handelt es sich um flächige, selbsttragende Konstruktionen aus Holz, die die Wände des Holzhauses bilden. Die einzelnen Bauteile werden direkt auf der Baustelle zusammengefügt. Auch der Holztafelbau basiert auf dem Holzrahmenbau, es gibt jedoch Unterschiede in der Vorfertigung. Im Vergleich zur Massivbauweise ist die Holztafelbauweise eine trockene Bauweise. Die Gebäudehülle des Holzhauses ist direkt nach dem Aufbau dicht. So ist das Holzhaus sofort bestens vor Wind und Wetter geschützt. Zudem erfolgt der Aufbau des Holzhauses auf der Baustelle schneller. Holzhäuser, die in der Holztafelbauweise gebaut wurden, sind in der Regel gut gedämmt und damit sehr energiesparend.

Holzrahmenbau als modernes Bausystem

Die Holzrahmenbauweise basiert auf der Fachwerkbauweise und entwickelte sich Anfang des 19. Jahrhunderts vor allem in den USA. In Europa wuchs die Beliebtheit erst mit dem Aufkommen von Fertighäusern aus Holz. Der bereits erwähnte Holzrahmenbau gehört zu den wichtigsten modernen Holzbausystemen. Hier übernimmt ein Holzgerüst mit senkrechten und waagrechten Stäben die vertikale Tragfunktion für das Holzhaus. Plattenförmige Wandbaustoffe, diagonal angebrachte Bretter oder Streben sorgen für die horizontale Aussteifung. Diese Bauweise ist noch immer vor allem in Nordamerika verbreitet, aber auch in Mittel- und Nordeuropa ist diese Bauweise bekannt.

Massivholzhaus als besondere Form des Holzhauses

Wenn es um Holzhäuser geht, spielt das Massivholzhaus eine besondere Rolle. Hierbei handelt es sich um eine spezielle Form des Holzhauses, die auf den Blockhausbau zurückgeht. Alle Massivholzhäuser verbinden, dass sie aus vorgefertigten Wandelemente bestehen, die vor Ort relativ schnell zum fertigen Holzhaus zusammengefügt werden können. Das Massivholzhaus kombiniert viele Elemente der bereits erwähnten Bauweisen wie dem Blockbau, dem Holzständerbau und dem Holztafelbau. Daher kann man die Massivholzhausbauweise auch als eine Weiterentwicklung aus diesen sehen.

Im Gegensatz zu einschaligen Blockhäusern sind Massivholzhäuser zweischalig, das heißt, sie verfügen über eine Außen- und Innenschale. Zwischen beiden Schalen befinden sich eine Dämmung und oft auch eine Installationsebene für Elektroinstallationen. Darüber hinaus werden beim Massivholzbau Bohlen anstatt Bretter genutzt, die eine Stärke von mindestens 40 Millimetern aufweisen sollten.

Übrigens muss ein Massivholz nicht unbedingt ausschließlich aus Massivholz bestehen. Unter Massivholz versteht man die Fertigung aus einem Stamm. Es kann auch Konstruktionsvollholz genutzt werden, da dieses formstabiler ist als Massivholz und die Trageleistung des Holzhauses verbessert.

Vor- und Nachteile von Holzhäusern

Vorteile eines Holzhauses Nachteile eines Holzhauses
Kurze Bauzeit Wartungsaufwand
Gute Isolierung Risiken durch Feuchtigkeit und Schädlinge
Sehr gute Energiebilanz Knackgeräusche
Gesundes Raumklima Schallschutz
Gute Ökobilanz  

 

Elemente aus verschiedenen Bauweisen

Beim Massivholzbau werden vor allem Elemente des Block- und Holzfertigbaus kombiniert. Wände, Dächer und Decken werden vorgefertigt und direkt vor Ort aufgebaut. Die einzelnen Bauteile des Holzhauses werden verleimt oder mit Holzdübeln miteinander verbunden. Das Holz wird schon vor der Verarbeitung mit technischen Hilfsmitteln getrocknet. Dies führt zu einer sehr guten Holzfeuchte. Da das Holz bereits trocken ist, wird die sogenannte Setzung, die bei Blockhäusern oft vorkommt, vermieden.

Die zweischaligen Wandkonstruktionen gehören zu den neusten Entwicklungen im Massivholzbau. Wie aus dem Holzständer- und Holzrahmenbau bekannt, werden zunächst senkrechte Ständer als tragendes Element aufgebaut. Diese werden jedoch durch zwei Blockbohlenschalen auf beiden Seiten ergänzt. Die Dämmschicht zwischen den Schalen sorgt dafür, dass der Dämmwert des Holzhauses dauerhaft aufrechterhalten bleibt.

Diese Dämmung führt zu sehr angenehmen Temperaturen im Sommer wie im Winter und entspricht den Anforderungen der Energiesparverordnung aus dem Jahr 2014. Der doppelschalige Aufbau beim Holzhaus führt auch dazu, dass Holzhäuser in Massivbauweise einen besseren Schallschutz aufweisen, als Blockhäuser.

Angenehmes Raumklima

Wenn beim Bau seines Holzhauses auf sogenannte dampfdiffusionsoffene Wände, also Wände ohne Dampfsperren oder Hartschaumdämmplatten, geachtet werden, führt dies in Verbindung mit der Trockenbauweise zu einem sehr angenehmen Raumklima. Feuchtigkeit, die Schimmel fördert, wird so ebenfalls vermieden.

Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft

Da die Forstwirtschaft in Deutschland sehr nachhaltig ist, verwendet man mit Holz einen umweltfreundlichen, nachwachsenden Baustoff. In Deutschland werden jährlich weniger Bäume abgeholzt als nachwachsen. Außerdem leben wir in einer waldreichen Region, sodass die Transportzeiten oft sehr kurz sind. Zudem kann sich Holz als Baumaterial sehr gut auf das Klima auswirken, denn es gilt als CO2-Speicher und entzieht der Atmosphäre Kohlendioxid.

Vor Feuchtigkeit und Schädlingen schützen

Auch wenn Holz durch Feuchtigkeit aufquillt, wird ein Holzhaus so konstruiert, dass seine Elemente formstabil bleiben. Allerdings sollte das Haus vor dauerhafter Feuchtigkeit geschützt werden. Wenn es allerdings doch einmal zu einem Schaden durch Wasser kommt, kann bei einem Massivholzhaus im Gegensatz zum Blockhaus die beschädigte Stelle ersetzt werden. 

Sorgen bereiten Besitzern von Holzhäusern auch Schädlinge. Unter anderem ist der Holzwurm eine Gefahr für Hölzer aller Art. Im Frischholz können durchaus Insekten und ihre Larven enthalten sein. Doch diese werden in der Regel während der Trocknung abgetötet. Das Holz wird auf etwa 70° erhitzt. So verändert das Eiweiß im Holz seine Struktur und stellt keine Nahrungsgrundlage für Schädlinge mehr dar.

Qualität in den letzten Jahren deutlich verbessert

In den letzten Jahren wuchs die Qualität von Holzhäusern stetig. Damit nahm auch ihre Lebensdauer deutlich zu. Bei einer guten Instandhaltung kann ein Holzhaus heute mehrere Jahrhunderte halten. Schon seit 1985 setzen Versicherungen bei der Wertermittlung Holzhäuser mit anderen Bauweisen gleicht. Wichtig für eine lange Lebenszeit ist aber ein guter Holzschutz, bei dem man heute auf chemische Mittel größtenteils verzichten kann. Holzhäuser sind entgegen der allgemeinen Erwartung nur schwer entflammbar. Daher ist die Feuerfestigkeit des Holzhauses absolut gewährleistet. Die Brandgefahr ist auch im Vergleich zu Häusern aus anderen Materialien vergleichsweise gering.