Blockhaus 2017-08-31T22:04:11+00:00

Blockhaus

Ein Blockhaus gibt es heute in vielfältiger Weise, egal, ob es nun traditionell oder modern erstellt wird, sie werden immer beliebter. Sie verleihen ein Stück Romantik und ein Gefühl der Wärme und Wohlseins. Die Grundidee für Blockhäuser ist schon sehr alt und in allen Regionen der Welt bekannt. Die ersten Blockhäuser entstanden schon rund 2500 vor Christus und verbreiteten sich in der Bronzezeit in ganz Europa. Aus diesen frühen Formen entstand nach und nach das moderne Blockhaus. Die ältesten noch stehenden Blockhäuser stammen aus dem Mittelalter.

Verschiedene Blockhaus Konstruktionsweisen

Beim Bau eines Blockhauses kann man verschiedene Techniken anwenden. Daher unterscheiden sich Blockhäuser in der Verarbeitung der Stämme, in der Art der Schichtung sowie in der Gestaltung von Ecken und Innenwänden. Auch die Verwendung von Ständern an Türen, Fenstern und langen Wänden variiert.

Beliebte Materialien für Blockhäuser sind:

– unbehauene, aber geschälte Stämme (Naturstammbauweise)

– auf Wandstärke beidseitig gesägte oder mit einem Beil gehauene Balken

– profilgefräste Stämme mit Standardmaßen (moderner Blockbau)

Blockhaus aus Rundbohlen

Blockhaus mit Rundbohlen

Moderne Blockhaus Bauweise

Nachdem die Baumstämme aufeinandergeschichtet wurden, werden sie in regelmäßigen Abständen durch große Dübel aus Holz gesichert. Früher nutzte man zudem Moos, Schafwolle oder Leinen zur Abdichtung. Bei industriell geformten Balken entfällt oft auch die Dübelung. Zudem kann hier ein dauerelastisches Dichtband genutzt werden. Damit erfüllt ein modernes Blockhaus alle aktuellen Standards zur Isolierung und vor allem die besonderen thermischen Qualitäten von Vollholz lassen sich ideal nutzen.

Heute muss man je nach Bauweise auch nicht mehr darauf achten, dass alle Baumstämme perfekt geschichtet wurden, da größere Mengen Dichtmasse verwendet werden. Bei Fertighäusern aus Holz nutzt man in der Regel die Blockbohlenbauweise. Die Konstruktion der Wände kann von klassischen Rundstämmen über Vierkanthölzer bis hin zu mehrschichtig verleimten Einzellamellen reichen. In Europa und Asien ist die Massivbauweise für Blockhäuser weit verbreitet. Als Fundament wird meist ein Steinfundament oder ein Hartholzrahmen genutzt. Erst darauf wird die Blockwand aus aufeinanderliegenden Hölzern aufgeschichtet. Ein Blockbau ist in der Regel rechteckig oder quadratisch. Die Länge wird dabei von der Länge der Stämme bestimmt.

Einfache Montage des Blockhauses

Mithilfe der Blockbohlenbauweise kann ein Geräteschuppen, ein Gartenhaus, eine Sauna oder ein ganzes Haus entstehen. Viele Menschen, die heute ein Blockhaus bauen möchten, nutzen industriell vorgefertigte Bauteile. Damit ist ein Blockhaus eine sehr gute, zeitgemäße Alternative zum klassischen Bau des Eigenheims. In den vergangenen Jahren wurden die Montagetechniken immer weiterentwickelt. Mittlerweile sind Bausätze mit fertig geschliffenen, versiegelten und nummerierten Böden erhältlich. Diese können selbst aufgebaut oder von Profis schlüsselfertig aufgestellt werden.

Oft entscheidet man sich für Wände, Decken und Dächer aus Nadelholz. Vor allem Polarkieferholz hat sich als Baustoff bewährt und besticht durch seine sehr guten selbstregulierenden Isoliereigenschaften. Damit entsteht eine sehr angenehme Temperatur im Haus. Vor allem für Allergiker ist ein Blockhaus eine gute Wahl, da der Staubgehalt deutlich geringer ist als in Gebäuden aus anderen Baumaterialien. Außerdem bietet ein Blockhaus ein sehr gemütliches Ambiente und ein gutes Klima mit einem leichten Duft nach Nadelholz.

 

Nachhaltiges Wohnen im Blockhaus

Der Bau eines Blockhauses steht für nachhaltiges bauen und wohnen. Blockhäuser sind sehr langlebig und weisen eine ausgeglichenere Ökobilanz auf als Steinhäuser. Da Holz ein nachhaltiger Rohstoff ist, ist ein Blockhaus sehr umweltfreundlich und kann jahrhundertelang stabil bleiben. Ein Anstrich wird oft nicht benötigt, da der Bläuepilz eine natürliche Versiegelung bildet.

Etwas überraschend mag sein, dass die modernen Konstruktionen nur schwer entflammbar sind. Dies kann niedrigere Kosten bei der Gebäudeversicherung mit sich bringen. Das sehr gute Wohnklima mit einer Luftfeuchtigkeit von rund 40 Prozent kann dazu beitragen, dass die Bewohner weniger anfällig für Infekte werden. Auch die Dämmeigenschaften eines Blockhauses sind optimal.

Vor- und Nachteile eines Blockhauses

Vorteile von Blockhäusern Nachteile von Blockhäusern
Konstant 40 Prozent Luftfeuchtigkeit Geringer Schallschutz
Natürliche Materialien Setzung
Gute Ökobilanz Schrumpfung
Angenehme Wohnatmosphäre Knackgeräusche
Heizkosten sparen Regelmäßige Anstriche notwendig
sehr kurze Bauzeit Fehler beim Bau möglich
Lange Lebensdauer Reparaturen oftmals schwierig
Kostenersparnis beim Innenausbau Anfälligkeit gegen Feuchtigkeit und Schädlinge
  Nicht überall erlaubt

Luftfeuchtigkeit im Blockhaus

Das „Wohnklima des Holzhauses“ bezeichnet die automatische Regulierung der Luftfeuchte. Das Holz reguliert durch seine offene Diffusion die Luftfeuchtigkeit automatisch auf etwa 40 Prozent. Die ist besonders für die Schleimhäute sehr gut. Allergiker, Asthmatiker und Menschen, die unter einem schwachen Immunsystem leiden, fühlen sich in einem Blockhaus besonders wohl. Um die natürliche Diffusion zu gewährleisten, sollte man darauf achten, keine Folien oder Sperrholzplatten einzubauen. Außerdem sollte das Haus auf der inneren Seite der Wand eine möglichst breite, durchgehende Schicht aus Vollholz haben. Nur dann kann die volle Regulierungswirkung entfaltet werden.

Natürliches Baumaterial Holz

Holz ist ein ganz natürliches Baumaterial. Damit wirkt das Haus sehr naturnah und ist allein schon daher etwas ganz besonderes. Vor allem Naturstammbauhäuser üben einen besonderen Reiz aus. Allerdings sollte man darauf achten, das Holz auch natürlich zu belassen und keine präparierten oder imprägnierten Hölzer verwenden. So können zumindest die Wände, Böden und das Dach ohne Chemikalien gebaut werden. Da Holz ein nachwachsender Rohstoff ist, der in großen Mengen vorhanden ist, ist die Ökobilanz von Holz sehr gut. Jedes Jahr wächst mehr Holz nach, als tatsächlich verwendet wird. Zudem ist die Forstwirtschaft hierzulande sehr nachhaltig und die Lieferwege sind oft kurz. Damit werden lange Transporte vermieden und ein CO2-neutraler Hausbau ist möglich.

Heizkosten senken und Bauzeit verkürzen

Trotz einem ähnlichen Wärmedämmwert schlagen bei vielen Blockhäusern andere Heizkosten zu Buche als bei Steinhäusern. Oft braucht man nicht so viel zu heizen und schon 19° reichen aus, um eine angenehme Temperatur zu erreichten. Dies hat den Hintergrund, dass Holz Wärme aufnimmt und langsam wieder in den Raum zurückgibt. Im Sommer heizt sich das Haus langsamer auf, im Winter kühlt es langsamer aus. So kann man durchaus Heizkosten sparen.

Ein Blockhaus kann in sehr kurzer Zeit aufgebaut werden. Auch das Trocknen dauert im Vergleich zu einem Haus aus Stein oder Beton nicht lange. Bei vielen Bauvorhaben entfallen auch Arbeiten wie Tapezieren, Streichen oder Wände verputzen. Außerdem erspart die Anlieferung von Fertigbauteilen, die nur noch passend montiert werden müssen, viel Arbeit.

Blockhaus am Wald

Blockhaus am Wald

Senkung des Blockhauses

Im Gegensatz zu einem Holzhaus in Ständerbauweise setzt sich ein Blockhaus. Die Setzung hängt vom Gewicht der Balken ab. Dies sollte man in der Planung bereits mit einbeziehen. Im Alltag hat dies zur Folge, dass Bilder, Lampen und ähnliches zunächst höher hängen und sich später senken. Durch die Setzung wird die Abdichtung höher und Hohlräume, die zu Beginn noch vorhanden waren, werden komprimiert. Nach etwa drei Jahren hat sich das Haus größtenteils gesetzt. Bei einem Blockhaus gilt jedoch der Satz: Holz arbeitet. Doch nach einigen Jahren haben Witterung und Jahreszeiten nur noch wenig Einfluss.

Darüber hinaus schrumpft ein Block- oder Holzhaus leicht. Dies hat die Ursache, dass das Holz trocknet. Bei Fertigbauteilen wurde das Holz auf eine Feuchtigkeit von etwa 18 Grad vorgetrocknet. Die Schrumpfung ist zwar nur minimal, aber es kann vorkommen, dass man einen kleinen Spalt zwischen den Wänden erkennt. Ein Verdunster oder ein Springbrunnen im Haus können dabei helfen, mehr Feuchtigkeit in die Raumluft zu bringen. Oft wird die Schrumpfung in der Nähe von Wärmequellen am deutlichsten sichtbar.

Ein weiterer Nachteil bei vielen Holzhäusern ist der Schallschutz. Schritte im oberen Stockwerk hört man weiter unten deutlich lauter als in einem Haus aus Stein. Auch Gespräche im Zimmer nebenan oder ein Stockwerk höher hört man oft deutlicher.

Pflege des Blockhauses

Beim Bau eines Holzhauses kann es leicht zu Fehlern und Problemen kommen, vor allem dann, wenn man selbst viele Arbeiten erledigt hat. Wer hier auf Nummer sicher gehen will, sollte eine Fachfirma mit dem Hausbau beauftragen. Fehler kommen beispielsweise in den Ecken vor. Hier kann es vorkommen, dass die Dichtwolle vergessen wird oder keine genaue Passung mehr vorhanden ist. Auch der Einbau von Fenstern und Türen erfolgt oft nicht optimal. Hier kann es beispielsweise vorkommen, dass Dichtbänder falsch verklebt werden.

Wenn einmal eine Reparatur an der Fassade oder an der tragenden Konstruktion notwendig werden sollte, kann es kompliziert werden. In vielen Fällen ist keine komplette Reparatur, sondern nur eine Kaschierung des Schadens möglich. Beispielsweise können einzelne Balken nicht einfach ausgetauscht werden. Daher ist die Pflege eines Holzhauses sehr wichtig. Kleine oberflächliche Kratzer bekommt man mit Holzseife oder etwas Feuchtigkeit meist sehr gut in den Griff. Wer sein Haus einmal angestrichen hat, muss den Anstrich zum Holzschutz regelmäßig wiederholen. Je nach Bauweise und Holzart ist dies alle vier bis zehn Jahre notwendig.

Vor Feuchtigkeit und Schädlingen schützen

Feuchtigkeit und Schädlinge sind Gift für ein Blockhaus. Wasser sollte immer sicher an der Wand ablaufen und gut versickern. Holzwürmer oder andere Schädlinge gelangen nicht in die Holzbalken, wenn diese gut getrocknet sind. Aber Fliegen, Spinnen, Bienen, Vögel und auch Mäuse mögen die Wärme eines Holzhauses. Daher kann es sinnvoll sein, Stellen, an denen die Tiere ins Haus gelangen können, mit einem Fliegengitter abzusichern.

Übrigens werden nicht in allen Baugebieten Genehmigungen für Blockhäuser erteilt. Das zuständige Bauamt kann hierzu Auskunft geben. In vielen Bebauungsplänen ist vorgeschrieben, dass die Häuser im jeweiligen Gebiet aus bestimmten Farben oder Materialien bestehen müssen.